Der erste Karneval

Als Aussenstehender, sprich zugezogener Rheinländer, bringt man mit Karneval wohl eher den Fasching aus Kindertagen in Verbindung. Umso überraschender ist es, welche Eindrücke auf einen ein stürmen, wenn man bei einer Karnevalseröffnung zum ersten Mal teilnimmt. Nehmen wir als Beispiel die traditionelle Eröffnung in Köln auf dem Heumarkt. Bereits bei der Anfahrt mit der Bahn fühlt sich der Neuling schon etwas befremdlich. Dort drängen sich schon am frühen Vormittag die aber witzigsten Kostüme aneinander, und das an einem „normalen“ Arbeitstag.

Aber das ist ja erst der Anfang. Am sonst recht übersichtlichen Heumarkt.erschlägt einen erstmal die Masse an Menschen, die zum größten Teil alle verkleidet, Richtung der riesigen Bühne und den zahlreichen Ständen strömen. An der Stelle sei darauf hingewiesen, das wer nicht vorhat die überteuerten Getränkepreise zu bezahlen, lieber im Voraus sorgt und genug „Stoff“ für ein paar Stunden feiern mitbringt. Ein weiterer Pluspunkt dieser Vorsorge: Man spart sich stellenweise stundenlanges „Durch-Menschenmassen-Geschiebe“ um zur nächsten Kaufgelegenheit zu kommen.

Was dem Karnevals-Noob zu aller erst auffällt, anders bei Großveranstaltungen in karnevalsfremden Städten, die durchweg freundliche Stimmung. Jemanden aus Versehen auf die Füße getreten? Kein Problem. Im Karneval scheint alles erlaubt.

11:11 Uhr. Es geht los. Die Stimmung ist ausgelassen. Das Ganze erinnert an eine Mischung aus Loveparade und Christopherr Street Day. Natürlich nur mit feinster Schunkelmusik. Ob Blackföös, de Höhner, Bernd Stelter oder Brings. Alle sind sie da. Und man ertappt sich bereits nach wenigen Minuten dabei in die euphorischen Gesänge der Rheinländer einzustimmen.

Fazit: Lustig, spaßig und all die anderen Adjektive treffen nicht mal annähernd was so eine Feier ausmacht. Auch wenn man spätestens nachmittags/abends erschlagen ins Bett fällt, schneller kann man die rheinische Frohnatur nicht kennen lernen. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Selbst als Nicht-Verkleideter und offensichtlicher Zugereister findet auch der größte Partymuffel schnell Anschluss. Wenn man bedenkt, das dies erst der Anfang war…

Den Karneval, egal ob Eröffnung oder Weiberfastnacht, sollte man wenigstens einmal erlebt haben. Und das beste ist: Die 5. Jahreszeit gibt’s hier jedes Jahr. Egal ob in Köln, Düsseldorf oder Mainz.
In diesem Sinne.
Kölle Alaaf!

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